Menschen, Pflanzen und Tiere folgen einem Tag-Nacht-Rhythmus, den künstliche Beleuchtung stört. Das betrifft nicht nur Straßenlaternen, sondern auch die privaten Gartenlichter und Fassadenbeleuchtungen. Der NABU warnt eindringlich vor den Gefahren der sog. Lichtverschmutzung. Die Folgen sind dramatisch. Jährlich sterben Milliarden von Insekten an den Folgen der Lichtverschmutzung. Sie umkreisen die Lichtquellen bis zur völligen Erschöpfung. Doch die Gefahren gehen weit über Insekten hinaus.
Die meisten tierischen Gartenbewohner sind dämmerungs- oder nachtaktiv und damit äußerst lichtempfindlich. Igel meiden beleuchtete Bereiche und müssen weite Umwege laufen. Sie verlieren dabei so viel Energie, dass sie den Winter nicht überstehen. Regenwürmer brauchen für ihre Fortpflanzung möglichst dunkle Nächte. Glühwürmchen finden ohne ausreichende Dunkelheit keine Partner. Nachtaktive Insekten orientieren sich am Mond und halten einen konstanten Winkel ein. Künstliche Lichtquellen bringen sie völlig durcheinander. Um diesen ‚stillen, heimlichen Tod durch Licht‘ zu vermeiden gibt es Handlungsempfehlungen. Außenlichter komplett ausstellen – ab Sonnenuntergang bis zum nächsten Tag. Besonders im Garten nachts auf Beleuchtung verzichten. Bewegungsmelder nachts deaktivieren – sie erfüllen dann ohnehin keinen Zweck. Licht nach unten ausrichten – niemals zur Seite oder nach oben strahlen lassen. Abgeschirmte Leuchten nutzen – mit geschlossenem Gehäuse, damit kein Licht in alle Richtungen abstrahlt. Insektenfreundliches Licht verwenden – gelbliches Licht mit 1.800 bis 2.200 Kelvin statt kaltweißem Licht. Niedrige Beleuchtungsstärke wählen – etwa drei Lux reichen aus. Zum Vergleich: Eine Vollmondnacht hat nur 0,25 Lux.
Wir müssen uns bewusst machen, dass unsere Gärten nicht nur von uns bewohnt werden.